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Advent Advent, die Zeit sie rennt!

X-MAS & XXL Mist – vorweihnachtlicher Stress vs. Mind Detox

 

Was du heute kannst besorgen …

Morgens klingelt das Handy mit dem Weckruf, den wir irgendwann mal schön fanden, es geht in die Küche oder unter die Dusche begleitet von Musik oder Nachrichten. In der Bahn oder im Auto frönt man brav der Allgemeinbildung oder Zerstreuung via Radio/ Handy – Hauptsache Input und/ oder Up to date sein.

Oh, eine neuer Status von Bernd. Hui, der besucht vielleicht das Konzert nächstes Jahr von „more stress for more money“. Ach, schon wieder ein Werbe-Popup für die neue DeLuxe Serie von Extrem Benebelt. Vielleicht schenke ich die meiner Schwiegermama zu Weihnachten. Scheiße, Weihnachten! Nur noch 20 Tage Zeit zum Geschenke kaufen.

 

Oh. F***. Ich bin spät dran und ich muss doch noch unbedingt die Aufstellung fertigstellen vor dem Termin mit meinem Chef.

 

Am besten ich gehe fix in der Mittagspause einkaufen, abends dann Sport machen, meine Mutter anrufen, den Geburtstag organisieren, Wäsche waschen, das Sport-Equipment im Angebot kaufen, einen Kuchen backen, bei der Werkstatt einen Termin vereinbaren, meine Emails beantworten, ein Klassentreffen organisieren, meinen Terminkalender checken und den Termin beim Arzt verschieben, die Privatsphäre-Einstellungen auf dieser und jener Internetplattform prüfen, das Paket bei der Post abholen, dem Nachbarn die geliehene Festplatte zurückgeben und fix die Filme vorher runterladen, den Rasen sprengen … und … ach ja – beim Friedhof mal wieder …

 

Tröööt! Oh. Grün.

 

Abends liegst du dann total k.o. im Bett, ein wenig aufgewühlt, weil morgen sicher anstrengend wird, da du ja heute nicht alles geschafft hast (wie denn auch?). Am nächsten Morgen geht es fröhlich weiter mit dem Zirkus im Kopf: Aber heute muss ich unbedingt … Bestenfalls trällert tagsüber irgendwo das Lied „Morgen Kinder wird’s was geben…“

Und manchmal schleicht sich vor dem Einschlafen noch so eine Stimme dazwischen, die dir sagt: „Naja, du musst auch unbedingt auf deine Ernährung achten, nachhaltig mit deiner Umwelt umgehen und mal was Gutes tun. Du wolltest dich doch um Tante Nora kümmern und auch sozial mehr engagieren…“ Der Bauch zwickt, die Füße sind kalt, die Beine kribbeln, der Rücken schmerzt und im Kopf brummen die Tages-Mantras des Müssens klingelnd und/ oder drückend munter daher …

 

Oh (h)eilige Nacht(ruhe)!

 

Musst du? Heute? Unbedingt?

 

Atmen. Essen. Schlafen. Nun ja, natürlich auch hin und wieder sich einiger Dinge entledigen – aber mehr braucht es nicht zum L E B E N .

 

Alles andere „Muss“ brauchen wir nicht. Die Frage ist, was wollen wir? Was willst du?

 

In der Vorweihnachtszeit und auch das ganze Jahr über werden wir förmlich von der Informationsflut um uns herum in den Bann gezogen. Wusstest du, dass wir circa 88 mal am Tag unser Handy entsperren? Im „Menthal Balance Project der Uni Bonn ist diese Zahl zu finden. Und wie oft wollen wir "nur mal kurz" und wie oft wird daraus eine Einkaufsliste? Nun, es wäre (zu) einfach, alles auf die „bösen“ Medien zu schieben. Musst du 88 mal am Tag dein Handy in die Hand nehmen? Musst du all diese Dinge kaufen? Musst du alles von allen wissen? Wozu? Weil handeln inzwischen einfacher und schneller geht als das Denken? Willkommen zu deiner Transformation vom Mensch zum Roboter. Wo sollen wir deinen Schalter anbringen?

 

Wäre es nicht schöner, wenn du dein Leben selbst steuerst? Wenn du das Leben führst, was du dir wünschst? Dazu ist es hilfreich, alles von dir selbst zu wissen. Wie findest du heraus, wer du bist und was du willst? Schließlich bist und bleibst du Mensch und bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Kein Produkt macht dich zu dem, was du bist, keine Information verändert dein Inneres und kein anderer Mensch kann dein Leben für dich in die Hand nehmen.

 

Wenn du magst, nimm dein Leben wieder selbst in die Hand. Dazu brauchst du nur dich selbst und, wenn du magst, mithilfe von ein bisschen Achtsamkeit:

 

Nimm dir täglich zwei Mal Zeit für eine Achtsamkeitsmeditation.

Dazu begibst u dich in eine aufrechte Position, atmest tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder ganz langsam aus. Bei dem dritten Ausatmen schließt du deine Augen. Spüre in deinen Körper. Fühle deinen Kopf, deine Schultern, deine Beine auf der Sitzfläche und die Füße auf dem Boden.

Achte nun nur auf deinen Atem. Spüre nach, wohin er fließt, wie er in deine Nasenwand strömt und hinunterfließt in deinen Hals, deinen Brustkorb und tiefer fließt und deinen Bauch wölbt. Und fühle, wie er beim Ausatmen langsam wieder aus deinem Mund hinausströmt.

Sobald du deinem Atem nachspüren kannst, beginne, deine Atemzüge zu zählen. Wiederhole das Atmen zehn Mal.

Gedanken, die dich ablenken, dürfen kommen, jedoch auch gleich wieder gehen. Lenke deine Aufmerksamkeit wieder zurück auf das Atmen.

 

Was hilft noch? Dankbarkeit?

Anstatt dir den Status von zig Leuten, von denen du vermutlich maximal vier Leute zu deinem Geburtstag einladen würdest, anzuschauen, nimm dir noch weitere 5 Minuten Zeit für dich, einen Stift und ein Papier. Schreibe zehn oder mehr Dinge auf, für die du heute dankbar bist. Wiederholde diese Übung täglich; bestenfalls 21 Tage lang.

 

Aller guten Dinge sind drei? Na gut, noch ein Tipp:

Wünsch dir was! Denn, was wäre Weihnachten ohne Wunschzettel?

Nimm dir an einem etwas ruhigeren Tag (den du dir selbst ruhig organisierst) eine halbe Stunde Zeit, ein Blatt und einen Stift und leg los!

1. Achte dabei darauf, dass du deine Wünsche positiv und in der Gegenwartsform formulierst. (Bsp.: Statt: „Ich will einen Partner!“ sondern: „Ich habe einen Partner.“

2. Sei präzise. Statt „Ich habe einen Partner.“ Wähle lieber „Ich habe einen emotional ausgeglichenen, finanziell unabhängigen, gutaussehenden, einfühlsamen, romantischen, … Partner.“

3. Sprich über deine Wünsche und Ziele nur mit Personen, die dir bei der Erfüllung des Wunsches helfen. (Du verstreust sonst nur unnötig die Energien, welche eigentlich dem Gedeihen des Wunsches dienen sollen.)

 

Wenn aus dem „Ich muss“ ein „ich will“ und aus dem „ich will“ ein „Ich bin dankbar“ wird, schläft es sich viel angenehmer und der Tag begegnet dir mit einem Lächeln. Dinge gehen dir leicht von der Hand, du lächelst und ziehst somit liebe Menschen und tolle Dinge an, die dir auf deinen Wegen helfen. Du fühlst dich wohl und schöpfst aus diesem Wohlgefühl Kraft für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind. Und dann? Läuft es eben entspannt.

 

Sei dir deiner S E L B S T B E W U S S T  und hab eine besinnliche Adventszeit.